Bastian Pastewka

Bastian Pastewka





Der lustige, rundliche Pawelka

Weihnachten und Comedy. Im Fall von Bastian Pastewka passt das seit jeher bestens zusammen. Schon in alten Sketchen der "Wochenshow" bastelte er noch im vergangenen Jahrtausend leidenschaftlich Adventskränze. Es folgte die SAT.1-Produktion "Fröhliche Weihnachten", in der er gemeinsam mit Anke Engelke in der Rolle des Volksmusikduos Wolfgang & Anneliese die typisch deutsche Weihnachtsshow auf die Schippe nahm. Und nicht zuletzt gab es 2008 den brillanten Zweiteiler "Zwei Weihnachtsmänner" mit Christoph Maria Herbst. Nun also wurde ein Feiertagsspecial seiner schlicht "Pastewka" betitelten Sitcom gedreht, das SAT.1 unter dem Titel "Pastewkas Weihnachtsgeschichte" am Freitag, 20.12., 23.15 Uhr, ausstrahlt. Mit dabei sind alle populären Figuren der seit 2005 ausgestrahlten Comedy sowie einige Gaststars wie Anke Engelke und Bernhard Brink. Anlass genug, die persönliche Beziehung von Bastian Pastewka (41) zum Weihnachtsfest zu ergründen.

teleschau: Herr Pastewka, würden Sie bitte folgenden Satz vervollständigen: "Weihnachten ist ..."

Bastian Pastewka: ... für mich ein Fest, das niemals aufhört. Wir fangen bereits am 18.12. damit an und beenden es nicht vor Mitte Mai.

teleschau: Mögen Sie Weihnachten?

Pastewka: Ich mag Weihnachten tatsächlich sehr gerne. Aber wir schmücken nicht alles festlich oder holen uns einen Baum. Wir wollen einfach in Ruhe ein bisschen Zeit für uns und die Familie haben.

teleschau: Kein Baum?

Pastewka: Kein Baum!

teleschau: Wegen Regenwald? Dritte Welt?

Pastewka: Sie sagen es!

teleschau: Wenigstens Engel?

Pastewka: Auch nicht. Wir versammeln uns als Familie, reden, essen Plätzchen. Der eine oder andere Tannenzweig ist da, fertig.

teleschau: In Ihrer Kindheit ...

Pastewka: ... war das natürlich anders. Am 24. gab es immer einen Baum, den meine Eltern festlich schmückten.

teleschau: In Gold oder Silber.

Pastewka: Genau. Der berühmte Loriot-Satz muss für mich rückblickend geändert werden: von "Früher war mehr Lametta" in "Früher war überhaupt Lametta". Irgendwann war das ja plötzlich verschwunden.

teleschau: Schauen Sie am Heiligen Abend fern?

Pastewka: Traditionell ist es so, dass sich die jüngste Generation, zu der ich mich bei meiner Familienkonstellation noch zählen kann, gegen 23 Uhr vor den Fernseher setzt. Entweder wir legen eine DVD ein, die geschenkt wurde, oder wir schauen zum 500. Mal "Stirb langsam 2"

teleschau: Kommt der in diesem Jahr wieder?

Pastewka: Ich bin mir nicht sicher. Aber wir werden schon einen dieser Weihnachtsklassiker finden.

teleschau: Was war das schönste Weihnachtsgeschenk in Ihrer Kindheit?

Pastewka: Ich würde irgendjemandem Unrecht tun, wenn ich dazu etwas Konkretes sagen würde. Aber ich erinnere mich an schöne Kinderbücher. Wichtig ist: Ich habe mich an keinem Weihnachten meines Lebens unwohl gefühlt - weder durch ein falsches Geschenk noch weil die falschen Leute an der Tafel saßen. Ich habe eine Granatenfamilie. Wir halten zusammen wie Pech und Schwefel. Und wir freuen uns, dass wir zu Weihnachten im wörtlichen Sinne nach Hause kommen.

teleschau: Sie sind der Sohn einer Grundschullehrerin. Das heißt, Sie mussten früher Flöte spielen.

Pastewka: Da kam schon früh das Klavier hinzu. Tatsächlich erinnere ich mich, dass ich zu Weihnachten auf dem Klavier "Stille Nacht" und "Alle Jahre wieder" vorspielte. Im Übrigen: Ich wollte ja lange ein toller Musiker werden, bis ich festgestellt habe, dass ich leider ein sehr schlechter Musiker bin. Hinzukam, dass meine Moderationen auf der Bühne unterhaltsamer wurden als die Lieder. Also entschied ich mich: Ich werde Komiker.

teleschau: Früher gab es diese Conférenciers und Entertainer, die tanzen, singen, steppen und schauspielern konnten. Die sind verschwunden.

Pastewka: Denken Sie an die zauberhafte Anke Engelke. Sie ist eine Alleskönnerin. Eine Moderatorin, Komikerin, Schauspielerin. Sie kann singen, tanzen, tausend Sprachen, inszeniert seltene Opern in Lissabon - was weiß ich, was die alles macht. Übrigens spielt sie auch in zwei Folgen der neuen Staffel von "Pastewka" mit, die im Frühjahr startet. Und sie ist wieder so unglaublich gut. Wobei man sagen muss, dass Anke auch ein großes improvisatorisches Talent hat. Sie ist auch ohne Drehbuch, ohne Songtext wahnsinnig komisch.

teleschau: Wie ist das bei Ihnen? Man hört ein Bedauern heraus, dass Sie dieses improvisatorische Talent nicht in diesem Maße besitzen.

Pastewka: Richtig. Um manche Fähigkeiten beneide ich sie. Ihr reicht jemand einen Text herein, sie überfliegt ihn kurz und kann ihn auswendig. So etwas kann ich nicht. Ich brauche stundenlange Vorbereitung.

teleschau: Einer der weiteren Stargäste in Ihrem Weihnachtsspecial ist Bernhard Brink ...

Pastewka: Er hat bei uns ganz hervorragend sich selbst gespielt. Und, was noch viel toller war: Er stellte uns seine deutsche Swing-Version von "White Christmas" zur Verfügung. Ein wunderbarer Abschluss der Folge. Glauben Sie mir: Da kann Robie Williams in der Royal Albert Hall anstellen, was er will - Bernhard Brink schlägt alle. Er stand übrigens zum ersten Mal in einer Serie vor der Kamera und hat von Anfang alles richtig gemacht. Ein unheimlich großer Spaß ...

teleschau: So wirkt es auch ...

Pastewka: Das ist ja unser einziges Rezept bei "Pastewka": Wir haben die Sitcom nicht neu erfunden und die Kategorie "Weihnachtsspecial" erst recht nicht. Aber: Wir haben Spaß an dem, was wir tun. Für uns ist es überlebenswichtig, dass sich die eigene Begeisterung auf den Zuschauer überträgt. Das klappt sicher nicht immer, aber man muss es zumindest versuchen. Und, schreiben Sie das bitte: Ich kann jedem Prominenten sagen, der mal bei uns mitspielen will: Er ist herzlich willkommen, und es wird ihm nichts Schlimmes passieren. Danke!

teleschau: Aber die Fähigkeit zur Selbstironie sollte er schon mitbringen ...

Pastewka: Schon. Und er muss einfach Lust haben darauf. Es wird ihm ja nicht geschadet. Wir machen uns zwar über die Prominenz lustig, aber am Ende des Tages, ist der, der alles abbekommt, immer dieser lustige, rundliche Pawelka.

teleschau: Pawelka - diese Verballhornung wird ja gerne genommen in der Serie. Anke Engelke nennt sie in der aktuellen Folge mehrfach "Spastewka" ... - klingt so, als hätten Sie das schon früher von einem paar gnadenlosen Sechstklässlern im Sportunterricht so gehört ...

Pastewka: Ja, natürlich. "Sebastian Spastewka." Mit meinem Namen lässt sich eine Menge anstellen. Das beginnt liegt daran, dass man meinen seltsamen Zunamen nicht über eine Eselsbrücke herstellen kann. Lauter Buchstaben, die beim Scrabble übrigbleiben.

teleschau: Aber: Sie heißen schon nur "Bastian"? Nicht "Sebastian" ...

Pastewka: Nur Bastian. Wie die gleichnamige ZDF-Fernsehserie mit Horst Janson aus dem Jahr 1972 - meinem Geburtsjahr. Aber bevor Sie fragen: Meine Eltern benannten mich nicht nach der Fernsehfigur. Tatsächlich erblickte die Serie "Der Bastian" erst nach mir das Licht der Welt.

teleschau: Ernsthafte Frage: Fühlen Sie sich eigentlich von SAT.1 ein bisschen gemobbt, nachdem die Serie in all den Jahren ...

Pastewka: Nein! Aber fragen Sie ruhig weiter ...

teleschau: ... zeitlich immer weiter nach hinten verlegt wurde. "Pastewka" gab es mal um 21.15 Uhr, dann um 21.45 Uhr. Jetzt kommt es nicht mehr vor 23 Uhr. Irgendwann sendet man ein Weihnachtsspecial nachts um eins ...

Pastewka: SAT.1 hat vor drei Jahren die Struktur des Freitagabends verändert und sendet dort statt halbstündigen Comedy-Sendungen nun Shows. Und deshalb laufen wir dieses Jahr nun hinter dem Finale von "The Voice of Germany". Ist doch prima. Und glauben Sie mir: Eine Serie wie "Pastewka" hätten wir auf keinem anderem deutschen Sender in dieser Form acht Jahre lang machen können.

teleschau: Woran liegt das?

Pastewka: Die anderen Privatsender hatten an uns einfach kein Interesse. Und die öffentlich-rechtlichen Sender stellen für Formate wie dieses keine Sendeplätze mehr zur Verfügung. SAT.1 hingegen hat uns von Beginn an für jede Staffel einen roten Teppich ausgerollt.

teleschau: Wie fällt Ihre Bilanz 2013 aus?

Pastewka: Ich kann nicht klagen: Ich bin gesund, ich bin glücklich, ich habe tolle Freunde, ich darf schöne Dinge im Fernsehen tun. Neuerdings auch im Radio: Für den WDR habe ich das Hörspiel "Der Hund der Baskervilles" von Arthur Conan Doyle inszenieren dürfen. Ein alter Traum von mir. Das Stück läuft erstmals am Sonntag, 5. Januar, um 16.05 Uhr bei WDR5. Dazu habe ich ein weitgehend funktionierendes Privatleben ... ich bin also vom Glück gesegnet.

teleschau: Was nehmen Sie sich für 2014 vor?

Pastewka: Nachdem ich noch den ganzen Dezember Weihnachtsplätzchen esse, werde ich mich ab 1. Januar wieder bewusst ernähren, sodass spätestens im März die mir ja nachgesagte Ähnlichkeit zu George Clooney tatsächlich wieder vorhanden ist.

teleschau: Sie gelten aber gerade während Dreharbeiten als äußerst diszipliniert.

Pastewka: Das stimmt. Aber um 16 Uhr kommt unsere Produktionsassistentin Yvonne mit einer großen Schale mit Chips, Schokolade und Gummibären daher und verteilt sie. Und da ist es mit der Disziplin dann vorbei. Wenn Sie sich die neue Staffel im Frühjahr genau ansehen, werden Sie feststellen, dass Yvonne sehr, sehr oft vorbeigekommen ist.

teleschau: Sie nehmen also dramatisch zu während der Monate des Drehs?

Pastewka: Aber natürlich. Um die Konzentration hochzuhalten, braucht es immer mal wieder eine Ablenkung. Und da ich nicht rauche, keinen Kaffee und niemals Alkohol trinke, muss es der Süßkram sein.

teleschau: Sport?

Pastewka: "Sport?" Helfen Sie mir, da klingelt gar nichts bei mir

Quelle: teleschau - der mediendienst