Christine Theiss

Christine Theiss





Aus dem Ring ins Rampenlicht

"Mir ist seit vielen Wochen in jeder Sekunde bewusst, dass das mein letzter Kampf sein wird", sagt Christine Theiss (33). Noch einmal sprintet ihr Puls, und die Anspannung steckt der promovierten Medizinerin, Kickbox-Weltmeisterin und gefragten TV-Moderatorin in jeder Muskelfaser. Am Freitag, 13. Dezember, 23.15 Uhr, überträgt ihr Haussender SAT.1 ihren Abschiedskampf. Ausgerechnet in ihrer zweiten Heimatstadt Bayreuth, wohin die attraktive Thüringerin, die mit ihren Eltern 1984 aus der DDR übergesiedelt war, steigt sie noch einmal in den Ring, um gegen die Russin Olga Stavrova (26) anzutreten. "In Bayreuth aufzuhören war mein persönlicher Wunsch. Ich möchte damit ein Dankeschön an die Stadt aussprechen", sagt Christine Theiss. "Die Bayreuther standen immer geschlossen hinter mir, und ich habe mich in meiner alten Heimatstadt immer sehr willkommen gefühlt." Vom Bildschirm verschwindet die erfolgsverwöhnte Leistungssportlerin danach natürlich nicht: Schon am Mittwoch, 8. Januar, startet sie mit der Moderation einer neuen "The Biggest Loser"-Staffel bei SAT.1 durch. Und dann gibt es ja auch noch ihren Baby-Wunsch ...

"Bei jeder der aufwendigen Trainingseinheiten, die ich absolviere, sage ich mir innerlich schon auch, dass es die letzten in meinem Leben sein werden. Besonders stark ist dieses Abschiedsgefühl natürlich bei den brutal anstrengenden", sagt Christine Theiss. "Die Entscheidung, mit den Profi-Kämpfen aufzuhören, ist schon lange gefallen und steht felsenfest. Ich weiß nur noch nicht, ob ich in Zukunft Kickboxen als ein Hobby weiterbetreiben werde. Dass ich immer viel Sport machen werde, ist für mich selbstverständlich. Nur das Kämpfen als Hobby kann ich mir derzeit noch nicht so recht vorstellen." Auf jeden Fall, so versichert sie, sei sie "definitiv nicht der Typ, der vom Rücktritt zurücktritt". Die Frau, die das Kickboxen in Deutschland zum Fernsehphänomen gemacht hat, betont: "Fürs Erste möchte ich ein wenig Abstand gewinnen."

Dem Kampf in Bayreuth fiebert sie tatsächlich entgegen, weil es eben nicht einfach nur eine weitere anonyme Halle ist, in der sie von den Zuschauerrängen aus angefeuert wird. "Ich habe schon immer gemerkt, wie sehr sich die Stadt auf mich freut", sagt Christine Theiss. Und natürlich darf man davon ausgehen, dass es eine hochemotionale Box-Nacht werden wird. "Wenn ich es ohne zu heulen bis in die Kabine schaffe, wäre das eine weltmeisterliche Leistung. Ich glaube allerdings, dass mir meine Tränen schon viel früher in die Augen schießen", sagt die Medizinerin, die für ihren lakonischen Humor bekannt ist. "Ich wollte selbst bestimmen, wann ich aufhöre - und das nicht meinen Körper entscheiden lassen", lautet der Grund für ihren Ausstieg.

Mit festen Verpflichtungen, zuletzt als Moderatorin der Familienshow "Mein Mann kann" an der Seite von Oliver Pocher und schon bald wieder bei "The Biggest Loser", stehen ihr zumindest bei SAT.1 derzeit viel Türen offen. "Ich möchte im TV-Business blieben. Aber was ist dort schon sicher?", sagt die bisherige Nebenbei- und künftige Vollzeit-Moderatorin. "Ich würde mich sehr freuen, wenn es mit meiner Fernsehkarriere klappt. Wenn man es nicht wenigstens probiert, kann man sich auch nicht beklagen", so Christine Theiss. "Die Chancen, dass ich beim Fernsehen weiterhin gut unterkomme, stehen zumindest nicht schlecht."

Genaueres über weitere TV-Engagements will sie sich aber noch nicht entlocken lassen. "Ich bin jemand, der erst über Projekte spricht, wenn die Unterschrift trocken ist", lautet ihr Motto. "Ich bin nicht ängstlich. Und ich bin niemand, der sich über ungelegte Eier aufregt. Einfach mal abwarten, was kommt! Mit dieser Haltung treibe ich meinem Mann übrigens regelmäßig in den Wahnsinn", scherzt Doktor Theiss. Ihr Gatte Hans hat allerdings ebenfalls starke Nerven - als Kardiologe. Zusammen mit ihm hat sie natürlich auch ein Auge auf ganz andere, sehr private Traum-Verwirklichungen. "Mein Mann und ich sind jetzt seit acht Jahren verheiratet. Natürlich will man irgendwann familiäre Veränderungen haben", sagt sie. "Wir wünschen uns ein Kind. Doch wann es soweit sein wird, das weiß doch ohnehin nur der liebe Gott."

Zunächst einmal hält sie die Ausstrahlung und der Anklang der neuen "The Biggest Loser"-Staffel in Atem. Diesmal muss sich die von Christine Theiss betreute Abspeckshow einer harten Konkurrenz erwehren: Auf dem neuen Sendeplatz - los geht's am Mittwoch, 8. Januar, um 20.15 Uhr, bei SAT.1 - tritt sie in direkte Konkurrenz zur parallel startenden elften RTL-Staffel von "Deutschland sucht den Superstar". Ein etwas ungemütliches Programmumfeld. "Das ist eine sportliche Herausforderung", findet die Theiss. "Soll ich mich jetzt in die Ecke stellen und weinen? Eher nicht! Mir schmeichelt das, auch wenn ich noch nicht absehen kann, wie wir aus diesem Zweikampf gehen. Immerhin traut man uns 'DSDS' als Gegner zu." Dass ihre Sendung "The Biggest Loser" auch diesmal gut ankommen wird, davon ist sie überzeugt. "Wir haben ganz tolle neue Folgen in Spanien gedreht."

Jetzt muss sie nur noch erst einmal ihren letzten Fight überstehen - und möglichst strahlend von der Sport-Bühne abtreten. Dass sie sich darüber freut, die alltäglichen Schindereien hinter sich zu lassen, kann man gut nachvollziehen. "Da fällt schon eine große Last von meinem Mann und mir ab", verrät Christiine Theiss. "Keine schlechte Perspektive, wenn ich nicht mehr sechs Tage die Woche trainieren muss." Außerdem dürften sich im Hause Theiss - "Biggest Loser" hin oder her - die Ernäherungsgewohnheiten zumindest kurzfristig etwas näher den Exzessen der Schlemmernation annähern. "In der Woche nach meinem Final-Kampf bin ich mit Sicherheit auf allen Weihnachtsmärkten in und um München anzutreffen", lacht Christine Theiss. Man freut sich fast mit ihr.

Quelle: teleschau - der mediendienst