Michael Bully Herbig

Michael Bully Herbig





Bully ist zurück

Natürlich könnte man das alles für eine billige Promo-Aktion halten: Dass ProSieben zunächst eine Sitcom zeigt, in der Michael Bully Herbig versucht, einen neuen Film auf die Beine zu stellen. Und dass dann, nach der sechsten und letzten Folge von "Bully macht Buddy", am 25. Dezember jener Film in die Kinos kommt. "Für eine billige Promo war das aber relativ teuer", kontert der Münchner auf gewohnt charmante Art. Man merkt ihm an, wie sehr er für "Buddy" glüht, die Komödie, die er selbst geschrieben, gedreht und produziert hat. Den unerfahrenen Schutzengel, der dem Film seinen Namen gibt, spielt er natürlich auch ...

Schon seit einer Weile wollte er eine Buddykomödie drehen, erinnert sich Michael Bully Herbig - der Titel "Buddy" stand damals übrigens noch nicht zur Debatte. "Dann kam die Idee mit dem Schutzengel. Die fand ich ganz schön, aber nicht gerade neu" - darum verschwand sie erst einmal in einer Schublade. Irgendwann sah der Filmemacher vor seinem inneren Auge dann einen Schutzengel vor sich, der sein Handwerk erst lernen müsste. "Das fand ich dann wieder komisch."

Aber jetzt mal im Ernst, Herr Herbig: Wie halten Sie es denn mit den himmlischen Helfern? "Ich finde die Vorstellung, dass es Schutzengel gibt, bezaubernd", räumt der Bayer ein. "Ich glaube an Intuition, an eine innere Stimme, Bauchgefühl, und dass man darauf hören sollte. Vielleicht hat das auch irgendwie mit einem Schutzengel zu tun." Und wie oft lag Herbigs innere Stimme schon richtig: Anfang der 90er-Jahre machte sich Bully als Radiomoderator einen Namen, gewann mit seiner Radio-Comedy-Serie "Die Bayern Cops" den BLM Hörfunkpreis. Mit Spaß an der Sache und Späßen auf allen Seiten der Gürtellinie machte er dann die "Bullyparade" (1997 bis 2002) groß, bevor er seine ersten Ausflüge ins Kino wagte. Bei "Erkan & Stefan" (2000) übte er sich zunächst als Regisseur, bevor er als Haupt- und Nebendarsteller, Regisseur und Produzent in Personalunion mit "Der Schuh des Manitu" (2001) einen der erfolgreichsten deutschen Filme der Nachkriegsgeschichte auf die große Leinwand brachte.

"Mensch, das ist schon wieder 13 Jahre her", wundert sich das Multitalent. "Das vergisst man immer, weil der ständig im Fernsehen läuft. Ich erschrecke auch jedes Mal." Jene Parodie auf die Karl-May-Filme sei damals, mit Anfang 30, genau der Film gewesen, den er machen wollte. "Ich habe die Parodie im Grunde auch benutzt, um Genre-Kino zu machen. In Deutschland hat man eben nicht so viele Chancen, mal einen Western zu drehen." Oder einen Science-Fiction-Film, wie "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" (2004), der fast genauso erfolgreich war.

Nun, mit 45, als Vater eines Sohnes, hofft er, dass das "Manitu"-Publikum mit ihm gereift ist, und dass es wie er Lust auf eine Komödie hat, in der es im Grunde ums Erwachsenwerden geht, um Liebe und Verantwortung. Lust auf einen Film, der einem auch schon mal ein Tränchen ins Auge treiben kann: "Ich bin selber gern emotional berührt", meint der begeisterte Kinogänger. Bei "Mamma Mia" beispielsweise, dem ABBA-Musical mit Meryl Streep und Pierce Brosnan - habe er geweint. Auch wenn er das nur ungern zugibt: "Ich wurde gezwungen, den Film anzuschauen", verteidigt sich Herbig. "Als nach zwei Minuten die Olle zu singen anfing, dachte ich 'Das halt ich nicht aus' - und dann fing auch noch James Bond mit der Singerei an." Dennoch habe ihn die Geschichte so gefangen genommen, dass ihm irgendwann "das Wasser über das Gesicht" ran. "Als ich zu meiner Frau rübersah, mussten wir beide lachen." Bullys Schutzengel lachte womöglich mit.

Quelle: teleschau - der mediendienst