Ella und das große Rennen

Ella und das große Rennen





Ella und die kleinen Strolche

Ein recht fauler, aber netter Lehrer, der während des Unterrichts auch gerne mal ein Nickerchen macht, dürfte der Traum vieler Schüler sein. Die liebenswerten Zweitklässler aus dem Film "Ella und das große Rennen" haben das Glück, einem solch' unterambitionierten Lehrer zugeteilt zu sein. Die Schüler der putzigen kleinen Dorfschule kennt in Finnland jedes Kind: Bereits acht Bände seiner "Ella"-Reihe hat der ehemalige Grundschullehrer Timo Parvela herausgebracht und auch in Deutschland sind seine Bücher äußerst beliebt. Kinodebütant Taneli Mustonen hat sich nun dieses Stoffes, der Fans von Pippi Langstrumpf und dem kleinen Nick gefallen dürfte, angenommen und ihn im kindlich-anarchistischen Geiste des Erfinders verfilmt.

Besonders mit der Besetzung von Freja Teijonsalo als Ella und Eero Milonoff als namenlosen Lehrer hat der Regisseur ein sehr gutes Händchen bewiesen. Aber auch die anderen, überwiegend kleinen Darsteller beeindrucken durch ihre natürliche Spielweise. Langweilig-logisch handelnde Erwachsene kommen in der durch Kinderaugen betrachteten Welt von Ella und ihren Freunden glücklicherweise kaum vor. So ist es auch ein unrealistisches, herrlich kindlich-komisches Missverständnis, das die Geschichte in Schwung bringt: Als der überforderte Lehrer anstelle eines eingeforderten Berichts versehentlich Ellas Aufsatz über den Tagesablauf eines Zoowärters beim Schulamt abgibt, ruft die Schuldbehörde auf den Plan. Eine geistige Verwandte der Lindgrenschen Prusseliese macht sich sofort auf den Weg, um die Kinder vor ihrem vermeintlich grausamen Lehrer zu retten.

Und es kommt noch schlimmer: Ihr Schulhaus soll abgerissen werden, da ein reicher, durchgeknallter Vater (Kari Ketonen) mitten durch das Dorf und die Schule eine Rennstrecke für seinen Sohn bauen will. Die erfindungsreichen Kinder beginnen in der Slapstick-Manier der "kleinen Strolche" um den Fortbestand der idyllischen Dorfschule zu kämpfen. Das Ganze mündet in einem sehr skurilen Autorennen. Dabei spielen klebrig-knallharte Fleischklösschen aus der städtischen Schulkantine eine nicht unwichtige Rolle.

Die mit kindlicher Leichtigkeit transportierte Botschaft des Films, mit der sich ambitionierte Kinderfilme wie beispielsweise "V2 -Du willst der Beste sein" etwas schwerer taten, wird gegen Ende des Films besonders deutlich: Mit Zusammenhalt, einer optimistischen Lebenseinstellung und - man sehe und staune - bedingungsloser Ehrlichkeit lässt sich das Leben am besten meistern. So kann man bei Bedarf dieser angenehm fröhlich-anarchistischen Fingerübung zu guter Letzt auch noch den ganz persönlichen Stempel "pädagogisch sehr wertvoll" verpassen.

Quelle: teleschau - der mediendienst