Machete Kills

Machete Kills





Konsequent konsequenzlos

Es dauert keine fünf Minuten und Machete (Danny Trejo) enthauptet und zweiteilt Bösewichte nach Belieben. "Machete Kills" ist trotz einiger Mängel ein würdiger Nachfolger von "Machete" (2010). Die doch sehr witzige Idee vom messerschwingenden Latinorächer, die mit einem Trailer im "Grindhouse"-Double-Feature (2007) seinen Anfang nahm, war mit Teil eins zwar schon ausgereizt. Das durchgeknallte Starensemble um Mel Gibson, Charlie Sheen, Lady Gaga und Antonio Banderas macht aber einfach Spaß beim Zusehen.

Machete und seine Perle Sartana (Jessica Alba) schicken sich zu Beginn des Filmes an, bei einem illegalen Waffendeal zwischen US-Militärs und mexikanischem Drogenkartell zu intervenieren. Unverhofft kommt es zusätzlich zum Auftritt von schwarzgekleideten Unbekannten mit Luchador-Masken, und das große Gemetzel nimmt seinen Lauf. Mit der schieren Menge an bösen Buben hat sogar Machete seine Probleme, er kann nicht verhindern, dass Sartana eine Kugel in den Kopf bekommt.

Doch Zeit zum Trauern hat der Ex-Agent nicht - die starre Mimik Trejos ließe so etwas wie Trauer auch gar nicht zu. Dass er nach dem Blutbad nicht von einem wütenden Südstaaten-Rassisten-Sheriff (William Sadler) hingerichtet wird, hat er seiner ausgeprägten Nackenmuskulatur und einem Anruf von ganz oben zu verdanken: US-Präsident Rathcock (Charlie Sheen, der unter seinem Geburtsnamen Carlos Estevez in den Credits geführt wird) hat einen Auftrag für Machete.

Schon von Beginn an geht es wirr und vor allem rasant zu in "Machete Kills". Mit dem Schnitt, den gewalttätigen Bildern und den furztrockenen Sprüchen lässt Regisseur Robert Rodriguez überhaupt keine Zweifel aufkommen, dass es sich hier abermals um einen maßlos überspitzten B-Movie-Verschnitt handelt. Auch wirft Rodriguez mit Stars und Charakteren um sich: Demián Bichir spielt Marco Mendez, der ständig seine Persönlichkeiten zwischen Superschurke und gutem Revolucionario wechselt, Madame Desdemona (Sofía Vergara) führt mit ihrem Baller-BH eine schießwütige Nuttenarmee an, und die knallig und wahnsinnig künstlich gezeichnete Lady Gaga in ihrer Schauspielpremiere teilt sich gemeinsam mit Antonio Banderas, Cuba Gooding Jr. sowie Walton Goggins die Rolle des wandelbaren Kopfgeldjägers Camaleón. Es gibt viel zu tun für Machete, bis er sich zu Endgegner Luther Voz (Mel Gibson) gesäbelt hat. Der irre Waffen-Industrielle führt so etwas wie eine Space-Sekte an und fuchtelt mit Atomraketen herum.

Auch im zweiten Teil muss man die Figur Machete einfach mögen. Einige Spielereien, wie die Pseudo-3D-Sexszene mit Miss San Antonio (Amber Heard) oder weitergeführte Running-Gags wie "Machete twittert nicht" zaubern zwangsläufig ein Lächeln ins Gesicht. Um über die gesamte Länge Spaß an "Machete Kills" zu haben, muss man aber Fan sein und den guten Willen mitbringen, über anderthalb Stunden nicht nach dem Sinn, einer zweiten Ebene oder einem sonstigen künstlerischen Mehrwert zu suchen.

Dass Teil zwei übrigens nicht das Ende der Reise vom kaltblütigen Latinorächer ist, wird schon vor dem eigentlichen Filmstart klargemacht: Ein Trailer zu "Machete Kills Again... in Space" wurde mit auf das Zelluloid gebannt und scheint kein Witz zu sein: "Robert Rodriguez und ich reden ständig darüber", lässt Trejo im Interview wissen. Machete im Weltall? Warum sollte man dem Ganzen auch Grenzen setzen ...

Quelle: teleschau - der mediendienst