Sophie Wepper

Sophie Wepper





Auf Augenhöhe mit dem Papa

Turbulent geht's zu im neuen Fall der Krimireihe "Mord in bester Gesellschaft" mit Fritz und Sophie Wepper im Ersten. "In Teufels Küche" heißt die Episode am Donnerstag, 12. Dezember, 20.15 Uhr, in der sich alles um einen TV-Koch dreht, der sein Restaurant gleich um die Ecke beim Viktualienmarkt hat. Erst stirbt ein Spüler mit Kokain im Bauch, dann segnet auch der Sternekoch selbst das Zeitliche. Für die Spürnasen Wendelin und Alexandra Winter gilt es also viel zu tun. Diesmal riskiert Sophie Wepper als angehende Journalistin und Ghostwriterin des Edelkochs eine erstaunlich kesse Lippe, wenn sie über unterbezahlte Spüler oder Pressepraktikanten klagt. Als Sahnehäubchen gibt's dann noch einen schönen Stunt auf dem vorweihnachtlichen Viktualienmarkt. Sophie Wepper liebt München und Bayern mehr denn je. Nach einem Berlin-Ausflug 2011 ist sie sichtlich erleichtert dorthin zurückgekehrt.

teleschau: Sie drehen die Reihe "Mord in bester Gesellschaft" seit 2007. Mittlerweile sind elf Filme zusammengekommen. Machen die Dreharbeiten mit Ihrem Vater immer noch so viel Spaß wie zu Beginn?

Sophie Wepper: Auf jeden Fall. Papi und ich freuen uns immer sehr auf die gemeinsamen Dreharbeiten, weil wir uns im Alltag ja nicht so häufig sehen, wie man vielleicht vermutet. Außerdem freue ich mich jedesmal auf das Team, da trifft man meistens viele bekannte Gesichter, die Wiedersehensfreude ist immer wieder groß. Und dann ist ja auch die Figur der Alexandra über die Jahre gewachsen und bekommt immer neue Facetten. Man schlägt ein Drehbuch auf und ist gespannt, was man erleben darf. Schließlich weiß man zunächst genau so wenig wie der Zuschauer zu Beginn eines Films.

teleschau: Haben Sie keine Mitsprache bei den Drehbüchern?

Wepper: Nein, wir sprechen da nicht wirklich mit. Unsere Produktionsfirma hält uns zwar während der Drehbuchentwicklung auf dem Laufenden, in welche Richtung es geht, aber in die Details mischen wir uns nicht ein. Aber natürlich macht man sich manche Sätze mundgerecht.

teleschau: Wie komisch war es am Anfang, mit dem Vater gewissermaßen als Vorgesetztem zu drehen?

Wepper: Mein Vorgesetzter war er ja nie, sondern immer mein Kollege. Am Anfang mussten wir uns natürlich in dieser neuen beruflichen Konstellation zurechtfinden. Private Befindlichkeiten müssen da außen vor bleiben, und wir mussten vor allem, denke ich, erst einmal den eigenen "Tanzbereich" abstecken. Inzwischen begegnen wir uns aber "auf Augenhöhe", wie Papi so lieb sagt. Es ist entspannter geworden, man muss sich nicht mehr aneinander reiben.

teleschau: Haben Sie das Talent von Ihrem Vater geerbt?

Wepper: Sie meinen genetisch? Keine Ahnung, das müssen andere entscheiden. Nach meiner Ausbildung zur Fernsehjournalistin und verschiedenen Praktika habe ich mich dann doch für die Schauspielerei entschieden. Da liegt in jedem Fall meine Leidenschaft, aber wichtig war sicher so oder so die Schauspielausbildung. Man muss in diesem Beruf immer hart an sich arbeiten.

teleschau: In der Krimireihe gibt's ja immer wieder Anspielungen auf die journalistische Karriere, diesmal sogar besonders stark.

Wepper: Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, ob mir das unser erster Autor, Rolf René Schneider, auf den Leib geschrieben hat, wie man sagt, oder ob das nur Zufall war.

teleschau: Sie haben ein Jahr in Berlin gelebt, wohl auch Ihres damaligen Freundes wegen. Wo leben Sie jetzt, in Berlin oder in München, bei Ihren Eltern?

Wepper: Um Gottes willen, ich bin jetzt 32, ich bin mit 18 bei meinen Eltern ausgezogen. Ich war ein Jahr in Berlin und lebe seit zwei Jahren wieder in München. Man kann ja mal was anderes ausprobieren und dann feststellen, dass das nichts für einen ist. Berlin ist eben nicht meine Stadt - zu groß, zu rau, zu hektisch. Es ist keine Stadt, in der ich länger leben könnte. Für ein paar Tage besuche ich Berlin ganz gerne. Ich schätze das kulturelle Angebot, die Museen. Aber München ist eben meine Heimat, da habe ich meine Familie und einen seit Jahrzehnten gewachsenen Freundeskreis - und fühle mich entsprechend wohl.

teleschau: Sie haben zwei ältere Schwestern. Jüngst kam eine kleine Halbschwester hinzu. Sehen Sie die?

Wepper: Zu diesem Thema äußere ich mich nicht, das müssen Sie verstehen.

teleschau: Haben Sie Kontakt zu Elmar Wepper, Ihrem Onkel?

Wepper: Natürlich. Wir sehen uns am Ersten Weihnachtsfeiertag das nächste Mal wieder, zum Gansessen bei meinen Eltern. Leider treffen wir uns nicht so häufig, aber ich freue mich immer, ihn zu sehen. Er ist ein toller Schauspieler, ich bewundere ihn sehr.

teleschau: Hätten Sie es gerne weniger öffentlich, das Leben weniger ausgebreitet in den Medien?

Wepper: Ja, ich bin ein sehr scheuer Mensch, was die Öffentlichkeit betrifft. Manche suchen ja förmlich den Ruhm und die Aufmerksamkeit, was ich überhaupt nicht verstehe. Für mich ist das allenfalls ein Preis, den man zahlen muss, um diesen wundervollen Beruf ausüben zu können. Wenn das Leben der Eltern in der Presse ausgebreitet wird, ist das natürlich unangenehm. Aber es hat wiederum nicht direkt etwas mit mir zu tun, das kann ich heute besser einordnen.

teleschau: Sie sind eine begeisterte Reiterin, teilen die Leidenschaft mit ihren älteren Schwestern. Im Sommer haben Sie in Bad Segeberg Winnetous Schwester Nscho-tschi gespielt. Gewiss keine leichte Aufgabe.

Wepper: Es war eine große Herausforderung. Zuerst dachte ich: Worauf lässt du dich da bloß ein? Aber es hat sich so sehr gelohnt, diese Herausforderung anzunehmen. Bad Segeberg war eine großartige Erfahrung, ich habe so tolle Menschen getroffen und so viel gelernt und mitgenommen. Diese Zeit wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben!

teleschau: Sind Sie im nächsten Jahr wieder dabei?

Wepper: Ich würde sofort wieder mitmachen, aber das geht leider nicht. Als Nscho-tschi musste ich nach Karl May ja für immer sterben. Ich würde mir aber sehr wünschen in ein paar Jahren noch einmal in einer anderen Rolle wiederkommen zu dürfen!

Quelle: teleschau - der mediendienst