Battle of the Year

Battle of the Year





Tanzt Brüder, tanzt!

Einmal im Jahr findet in Frankreich die große, internationale Breakdance-Olympiade statt - längst kämpfen Teams aus aller Welt um den Titel. Ihren Ursprung hat diese Form des Tanzens im New York der 70er Jahre, damals nannte man es B-Boying. Im Laufe der Zeit ließ in den USA das Interesse an Breakdance nach - bis Benson Lee 2007 einen Dokumentarfilm über die Welt des B-Boying drehte. Nun legt Lee nach und liefert mit "Battle of the Year" einen klischeehaften 3D-Spielfilm zum Thema, in dessen Mittelpunkt eine Horde tanzwütiger Kerle von einem traumatisierten Trainer zur Bestform getrimmt werden sollen. Getreu dem hehren Motto "Ändere dein Denken - Ändere dein Leben".

Es steht nicht gut um den Breakdance im Amerika der Gegenwart. Der letzte Sieg des US-Teams liegt über 15 Jahre zurück. Und das, obwohl Tanz eine amerikanische Erfindung ist. Dante (Laz Alonso), heute ein erfolgreicher Unternehmer und früher selbst ein B-Boy, will sich nicht damit abfinden und das amerikanische Team sponsern. Als Coach holt er seinen alten Kumpel Blake (Josh Holloway aus "Lost") aus der Versenkung, der sich seit dem Unfalltod seiner Familie zuhause verschanzt hat und den Kummer in Alkohol ertränkt. Blake war früher mal Basketball-Trainer, er versteht also was von Teamgeist, und darum muss es ja gehen in einem amerikanischen Sportfilm.

Blake feuert zunächst die alte Mannschaft und sucht sich stattdessen die besten Tänzer aus allen Staaten Amerikas zusammen. Dabei wurden echte B-Boys gecastet, anders wäre ein authentisches Tanzspektakel nicht möglich. Darüber hinaus ist auch der Rapper Chris Brown, besser bekannt als Ex-Lover von Rihanna, mit von der Partie. Unterstützt wird Coach Blake, der dem Trinken nicht entsagen kann, von dem schüchternen Franklyn (Josh Peck), den er kurzerhand zum Co-Trainer ernennt.

Den Jungs stehen schwere Zeiten bevor, denn es sind nur noch drei Monate bis zum Battle of the Year. Hartes Training, klare Regeln und Disziplin stehen auf der Agenda. Aber es kommt zu den üblichen Konflikten: Zwei rivalisierende Jungs kriegen sich ständig in die Haare, andere halten sich nicht an die Regeln und Coach Blake kämpft weiterhin mit seinen Dämonen, während Dante auf den unverständigen Sponsor abonniert ist. Mehr als einmal scheint das Team zu scheitern, bis Blake sie beschwört: "Ändert euer Denken, ändert eurer Leben!" Es dauert eine Weile, bis der Groschen fällt.

Mit spektakulären, aber ziemlich redundanten Tanz-/Trainingsszenen und erwartbaren Dialogen zwischen ermüdend stereotypen Figuren spinnt Regisseur Benson Lee eine sehr berechenbare Geschichte über große Träume und Teamgeist. Ähnlich einprägsam wurde das Thema schon im Football-Drama "Gegen jede Regel" (2000) behandelt, wobei da auch noch der Rassismus-Aspekt verwurschtelt wurde. Apropos verwurschteln: Lee hat in seinen Spielfilm Ausschnitte seiner Doku hineingeschnitten, mithilfe derer sich Trainer Blake ins Thema Breakdance einarbeitet. Gedreht wurde übrigens auch am Originalschauplatz Montpellier, dem Austragungsort der Tanz-Olympiade. Die Showeinlage der fiktiven US-Mannschaft wurde in das tatsächliche Wettkampf-Programm integriert - für die Filmemacher eine Herausforderung, denn die Szene konnte nur einmal gedreht werden.

"Battle of the Year" ist kein großes Kino, aber dennoch ein respektabler Tanzfilm und sehenswert für alle Breakdance-Fans, denn Choreografien und Soundtrack überzeugen. Ein Video hätte es da aber auch getan.

Quelle: teleschau - der mediendienst