King Ping - Tippen, Tappen, Tödchen

King Ping - Tippen, Tappen, Tödchen





Im wilden Wuppertal

Die Ex-Cops sind doch die Besten. Und wenn man dann noch Bela B. von den Ärzten und Christoph Maria Herbst mit im Team hat, kann fast nichts mehr schiefgehen. Es sei denn, man ist so übermotiviert wie Regisseur Claude Giffel mit seiner skurrilen Komödie "King Ping - Tippen, Tappen, Tödchen". Da wird es dann spätestens nach einer Stunde doch ein wenig zu viel der wilden Einfälle.

Clemens Frowein (Sierk Radzei) hat eine Bombenlegerfrisur mit leichter Welle und einen etwas stärkeren Bauch, seltsame Freunde und keinen Schlag bei Frauen. Er war mal ein schlauer Ermittler, der dann zum Tierpfleger umgesattelt hat. Zum König der Pinguine, genauer gesagt, woher sein Spitzname King Ping rührt. Als er seinem Hobby Tanztee einmal ausweicht und mit einem alten Kollegen einen heben geht, ist der am nächsten Morgen tot - von der Treppe gestürzt, an der ihn King Ping alleine ließ. Schneller als man einen Espresso austrinken kann, steht der Ex-Bulle aus Prinzip unter Mordverdacht.

Der Fall ist heiß und die Lösung, die umkreist der Herr Frowein doch relativ lang. Womöglich deshalb, weil Regisseur Giffel noch so viele witzige Einfälle hat. Deshalb muss der Polizist a.D. immer wieder mit der Tür ums Haus rennen und immer konstruiertere Haken schlagen.

Ein paar weniger hätten zu einem runderen Ergebnis geführt. "King Ping", der in Wuppertal spielt, ist eine prallgefüllte Wundertüte. Da wurde auf Details geachtet, von der sorgfältig ausgewählten T-Shirt-Mode des Hauptdarstellers bis zur Tapete, die nicht zufällig über seinem Bett prangt. King Clemens ist ein Gesamtkunstwerk, wie er sich so in seinen irgendwie besonders klein wirkenden Fiat faltet, Bela B. ist als Frau fast schöner als als Mann, und Christoph Maria Herbst fühlt sich in der Rolle der journalistische Pestbeule pudelwohl.

Kings Nachfolger Elbroich (Godehard Giese), im wahrsten Wortsinn dümmer als die Polizei erlaubt, denkt vorwiegend an zwei Dinge: Kaffee und Frauen. Clemens hingegen denkt dauernd und zwar hörbar. Jeden Schritt, jede Reaktion seines Gegenübers kommentiert er und dann fasst er das Ganze bis zu diesem Punkt noch mal zusammen. Das ist dann auf Dauer doch ein durchaus enervierendes Hintergrundrauschen.

Die Freunde des Privat-Detektivs sind natürlich Nerds oder Friseusen, die entweder singen oder die Augenbrauen vom schwulen Türsteher (Hans-Martin Stier) schneiden, der ebenfalls Kings Freund und Helfer ist und ihn auf seiner temporeichen Schnitzeljagd begleitet.

"King Ping" ist verspielt, philosophisch, schnell und bunt wie ein Comic. Ein Puzzle mit 1.000 Teilen. Und am Ende bricht er sich, wie die zahlreichen Opfer bei den Treppenstürzen, fast das Genick.

Quelle: teleschau - der mediendienst