Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2





Die Frittantulas kommen!

Alle Wünsche wurden wahr: "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen", die Verfilmung des Kinderbuches von Judi Barrett, brachte 2010 die Kinokassen zum Klingeln. Es wurde eine fantastische Welt erschaffen, die ihresgleichen sucht: ein cineastisches Schlaraffenland und zwar im doppelten Sinne. Schließlich hatte der geniale Erfinder Flint Lockwood im ersten Teil eine Maschine entwickelt, die Regen in Essen verwandelte. Keiner sollte mehr Hunger leiden. In der Fortsetzung des Kassenschlagers artet dieser lukullische Segen allerdings aus: Die Hamburger und Törtchen auf Flints Heimatinsel sind quicklebendig geworden. Sie werden als "Naschtiere" zur existenziellen Bedrohung - und das auch noch in 3D.

Der größenwahnsinnige Mega-Erfinder Chester V., der den naiven Flint für seine Firma gewinnen konnte, schickt ihn los, das Chaos auf Swallow Falls zu richten. Die Maschine, die die Fresstiere im Überfluss produziert, muss endgültig zerstört werden. Also macht sich Flint, unterstützt von seiner Freundin Sam (gesprochen vom Berliner Multitalent Palina Rojinski), seinem Vater Tim und den üblichen Getreuen auf, die Welt zu retten - und das Abenteuer beginnt.

Denn Swallow Falls ist zu einem eigenartigen Dschungel mutiert und großflächig besiedelt von gefrässigen Frittantulas (in Form von Riesenburger-Spinnen mit Pommes-Beinen), Nilpfertoffeln, Tacodilen, Zwiebelsauriern und Bananenstraußen. Es gibt Spinnennetze aus Käse, Schafe aus Sushi, Sirupsümpfe und niedliche Marshmallow-Herden. Ein tierisch verfressener, köstlich absurder Kosmos tut sich da auf. Keine Frage, die Filmemacher haben sich mit ihren Computer generierten Kreationen selbst übertroffen.

Die Fortsetzung des Animations-Abenteuers, diesmal unter der Regie von Cody Cameron und Kris Pearn (die zuvor schon bei "Chicken Run" und "Arthur Weihnachtsmann" mitwirkten), beginnt mit einem rückblickenden Prolog - keiner der jungen Zuschauer soll bei der Story außen vor bleiben. Überhaupt ist man bemüht, so unterhaltsam und witzig wie möglich zu sein. Ein Gag folgt dem anderen. Offensichtlich sind die Anspielungen auf Steven Spielbergs "Jurassic Park", in denen das Biotop der Dinosaurier als irdisches Paradies gezeichnet wird. Auch die omnipräsente Kaffeekultur wird ironisiert, wenn Chesters genialstes Geschöpf, die grell geschminkte Orang-Utan-Dame namens Barb (überaus passend gesprochen von Deutschlands schrägster Entertainerin Cindy aus Marzahn), ständig mit Coffee-to-go-Varietäten bewaffnet ist, um jeden damit zu versorgen, der ihm in die Quere kommt.

Die moralische Botschaft darf bei einem amerikanischen Familienfilm gleichwohl nicht fehlen, wir lernen einmal mehr, dass Freunde das Wichtigste im Leben sind, dass man sich selbst treu bleiben und die Natur unbedingt respektieren muss. Und so ist "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" eine Heldengeschichte mit Vorzeige-Charakter: ein bisschen tiefgründig, ziemlich knallbunt und wirklich originell.

Quelle: teleschau - der mediendienst